Gedanken im Advent 1 – Von der Bedeutung der einen Stunde

Das Wort Advent, Sie haben es vielleicht im Newsletter gelesen, kommt von Ankommen, und ums Ankommen geht es auch hier. In der biblischen Geschichte erwarten wir die Ankunft, also die Geburt des Christkindes. Somit ist Weihnachten zuerst einmal eine Geburtstagsparty, auch wenn sich das bei Orgelspiel und Predigt nicht immer gleich so anhört. Wenn Sie auch nicht so direkt die Ankunft des Weihnachtsfestes erwarten, oder gar mit großen Augen den Auftritt des alten Knechtes mit dem Bart, so tritt dennoch spätestens am 24. Dezember das jährlich wiederkehrende Ereignis in Ihr Leben, dem Sie zu- oder abgeneigt, nicht ausweichen können. Dann ist wieder ein Jahr vergangen, Sie haben viel erlebt, und in einer stillen Stunde fragen Sie sich vielleicht, wozu das alles und wohin damit?

Gut 700 000 Stunden hat ein Menschenleben. Woher ich das weiß? Das läßt sich ohne jede Magie ganz einfach ausrechnen. Aus 24 Stunden am Tag mal 365 Tagen im Jahr werden bei durchschnittlich geschätzten 80 Lebensjahren eben 700800 Lebensstunden. Wichtig ist hier nicht die genaue Zahl, denn niemand weiß, ob es nun eher 600000 oder besser 800000 Stunden sein werden, die Dimension aber stimmt. Wichtig ist hier nur die Bedeutung der einen Stunde. Was bedeutet eine Stunde in Ihrem Leben, und wie oft werfen Sie diese eine Stunde weg? Beim Anstehen im Laden, beim Ausfüllen kryptischer Formulare, beim Surfen im weltweiten Web, letztlich immer wieder beim Warten auf irgendwen oder -was.

Salvatore Dali - Die Beständigkeit der Erinnerung (1931)

Salvatore Dali (1904–1989), Die Beständigkeit der Erinnerung, 1931, New York, The Museum of Modern Art

Allerdings, und das ist wiederum die Kehrseite des Wartens, werden die wenigen Stunden, in denen Sie nicht warten, um so intensiver erlebt. Manche Stunde fliegt atemlos davon und erst hinterher, wenn wieder Ruhe eingekehrt ist, merken Sie, daß Sie an eine Weichenstellung in Ihrem Leben gekommen waren, die allerdings auch schon wieder vorbei ist. So hat jeder seine Sternstunden und vielleicht auch seine schwarzen Stunden. Haben Sie mal überlegt, wie viele Stunden Sie schon gelebt haben? Und wieviel von den Dingen, die für Ihr Leben wichtig sind, haben Sie schon  gemacht, wieviel von wirklichem Wert haben Sie schon erlebt? So eine Zwischenbilanz führt natürlich zu der Frage, was es von den Erlebnissen aufzuheben gilt und wie Sie das machen können. Davon aber beim nächsten Mal mehr.

Freude im Advent wünscht Ihnen

Jörg Binas

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