Die Mär der Mindestsystemanforderungen

Wir werden oft gefragt, was denn die Mindestsystemanforderungen für unsere DiaShow sind. Nicht nur das: wir müssen sie auf Produktverpackungen drucken und in Onlineshops gehören sie ebenfalls zu den Pflichtangaben. Aber eigentlich erlaubt die Frage nach den Systemanforderungen keine Präzise Antwort.

Die Geschichte von Heinz

Wir haben viele Anwender, die seit den frühen Versionen der DiaShow dabei sind und auch noch den gleichen (inzwischen alten) PC verwenden. Nehmen wir den Fall an, dass so ein Anwender, nennen wir Ihn Heinz, noch immer mit der älteren Version 7 arbeitet. Heinz setzt einen PC mit Core 2 Duo-Prozessor mit 2,6 GHz und 2 GB RAM unter Windows XP ein und liegt damit gut in den Systemanforderungen.

Als Heinz die DiaShow-Version damals gekauft hat, hatte er eine Digitalkamera mit 4 Megapixeln Fotoauflösung, die auch bereits kleine Videoschnipsel in PAL-Auflösung aufzeichnen konnte. Sein Fernseher war noch ein Röhrengerät, und einen DVD-Player hatte er auch.

Heinz kann prima Diashows aus seinen Fotos erstellen und live abspielen. Bilder und Videos laufen super. Die Erstellung einer längeren DVD erfordert zwar etwas Geduld, aber nach dem Mittagessen ist sie fertig gebrannt.

Eine neue Zeit beginnt

Zu Weihnachten gönnt sich Heinz eine neue Digitalkamera, die hat 12 Megapixel und zeichnet Videos in HD-Qualität auf! Dazu kommt ein neuer Flatscreen-Fernseher mit Blu-ray-Player! Heinz ist begeistert von seiner neuen Technik und möchte sie natürlich gleich ausreizen. Diashows auf DVDs wirken jetzt im Vergleich zur Blu-ray unscharf, außerdem will Heinz sehen, wie die Qualität seiner neuen Kamera ist.

Heinz startet seinen PC, lädt frisches Fotomaterial von Silvester, natürlich geschossen mit 12 Megapixel, auf seinen PC. Er zieht die Bilder in die DiaShow und wundert sich, dass sich das Programm etwas zäher anfühlt als sonst. Auch beim Abspielen benötigt das Programm länger, bevor es los geht. Und ganz schlimm, die neuen HD-Videos vom Silvesterfeuerwerk ruckeln unerträglich und haben sogar Tonaussetzer! Naja, denkt sich Heinz und probiert, eine Blu-ray zu brennen. Er staunt nicht schlecht, als die geschätzte Dauer bis zur Fertigsstellung fast einen Tag lang sein soll! Heinz denkt sich: Was hat AquaSoft da für einen Mist produziert?! Mein Rechner entspricht doch den Systemanforderungen!

Schauen wir genauer hin, stellen wir fest, dass die Software immernoch die gleiche ist, der PC der gleiche ist, aber die Anforderungen von Heinz sind gewachsen. Klar die Bilder sind ein bischen größer, denkt sich Heinz, aber er unterschätzt, was er dem Rechner jetzt wirklich abverlangt.

4 vs. 12 Megapixel

Das ist eine Verdreifachung der Pixel, und damit mindestens eine Verdreifachung des Rechenbedarfs. Nicht nur das, auch der Speicherbedarf hat sich verdreifacht.

PAL vs. HD-Videos

Noch schlimmer sieht es bei den Videos aus. Die haben eine fünffach höhere Auflösung und eine viel höhere Bitrate, sprich, viel mehr zu verarbeitende Daten. Zudem setzen sie ein viel komplexeres Videoformat ein, das viel höheren Dekodieraufwand (selbst bei gleicher Auflösung) erfordert.

DVD vs. Blu-ray

Beim Erstellen von Videos, also beim Encoding der berechneten Einzelbilder zu einem Film, schlägt der erhöhte Speicherbedarf aber vor allem der komplexere Encoder und die 5-fache Auflösung so stark zu, dass es für Heinz kaum noch zumutbar ist, so lange zu warten.

Animationen

Früher sahen Heinz‘ Diashows gerade zu langweilig aus – nur Bilder nacheinander. Heinz ist aber über die Jahre inzwischen fit im Umgang mit mehreren Spuren und nutzt sie fleißig und baut nun tolle Geschichten, die seine Zuschauer begeistern. Jetzt muss die DiaShow also nicht mehr nur ein Bild laden, sondern gleich mehrere gleichzeitig. Das ganze vervielfacht, den zuvor beschriebenen gestiegenen Rechen- und Speicherbedarf nocheinmal.

Gestiegene Systemanforderungen?

Wir bei AquaSoft geben uns viel Mühe, den gestiegenen Anforderungen gerecht zu werden. In DiaShow 8 haben wir viel erreicht, aber es ist uns unmöglich, auf dem alten Rechner von Heinz, das gleiche Gefühl wie früher enstehen zu lassen. Wenn man allerdings die alten 4 MP- und die kleineren Videos von Heinz in die Nachfolgerversion DiaShow 8 einsetzt, wird man merken, dass die Version sogar schneller geworden ist. Man könnte also von gesunkenen Systemanforderungen sprechen. Allerdings bringen neue Versionen auch neue Gestaltungsmöglichkeiten, Animationen und bessere Bildqualität mit. Nutzt man diese, kann das einen älteren PC deutlich überfordern.

Wenn man also nach den Systemanforderungen fragt, dann müsste man gleichzeitig die eigenen Anforderungen aufzählen. D.h. welche Auflösung haben meine Bilder, welche Art Videos möchte ich einfügen, mit wievielen Spuren möchte ich Animationen erstellen? Soll die Diashow Live abgespielt werden und in welcher Auflösung? Oder ist eine DVD oder Blu-ray das erklärte Ausgabeziel?

In den letzten Jahren ist es zudem unmöglich geworden, anhand der Gigahertz eines Prozessors, dessen wirkliche Geschwindigkeit zu erkennen. Ein aktuelles Ultrabook mit Core-i7-Prozessor läuft mit nur 1,3 GHz und ist dabei deutlich schneller als der Rechner von Heinz, der das doppelte, nämlich 2,6 GHz mitbringt.

Die Grafikkarte spielt inzwischen eine immer wichtigere Rolle, aber es ist quasi unmöglich ohne viele Zusatzangaben, deren Leistungsfähigkeit auszudrücken. Ob eine Karte nun 512 MB Bildschirmspeicher oder 1 GB hat, sagt nichts über die Rechenleistung. Es gehören Angaben zum Speicherdurchsatz, Anzahl der Shader-Einheiten dazu. Aber das ist unmöglich in einem zweizeiligen Text über die Systemanforderungen auszudrücken.

Fazit

Wir geben uns größte Mühe das Programm so schnell wie möglich zu machen, um auch ganz neue Anforderungen (4K bzw. Ultra-HD vervierfacht Rechenaufwand nochmal) zu bedienen, aber Ihnen als Anwender bleibt die Aufgabe, Ihren PC Ihren eigenen Anforderungen anpassen. Da helfen keine Mindestsystemanforderungen.

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